Der Park in Kürze

8 Gemeindepräsidenten, 8 Gründe für den Park

Das Projekt eines Nationalparks im Locarnese betrifft acht Gemeinden. Sie haben eine gemeinsame Vision, um das Parkgebiet zu bewirtschaften und zu promoten. Doch für jede Gemeinde hat der Park eine andere Bedeutung, je nach Anteilen am Parkgebiet und den Erwartungen seiner Bewohner. Die acht Gemeindepräsidenten der beteiligten Gemeinden führen hier ihre jeweiligen Gründe auf, warum die Bevölkerung dem Projekt mit einem „Ja“ zustimmen sollte.

Cristiano Terribilini, Gemeindepräsident von Onsernone und Vize-Präsident des Parks

„Ja zum Park, weil er aus wirtschaftlicher Sicht eine rentable Investition ist. Damit wird unser natürlicher Besitzstand aufgewertet, das heisst eines der grössten Wildnis-Gebiete in Europa, mit aussergewöhnlichen Wäldern sowie einem Reichtum an Botanik und Fauna. Dank des Parks bleiben Läden und Restaurants bestehen. Wir müssen keine Schulen schliessen. Unsere Dörfer bleiben lebendig. Den Park unterstützen wir zum Wohl unserer Dorfgemeinschaften, damit in unseren Tälern auch im 3.Jahrtausend noch Menschen leben können.“

Luca Pissoglio, Gemeindepräsident von Ascona

"Ja zum Park, weil er eine gute Investition darstellt. Es handelt sich um eine einmalige Gelegenheit, unser kulturelles und archäologisches Erbe sowie die gesamte Natur und Landschaft aufzuwerten. Es handelt sich um ein Kulturgut, das im Alltagsgeschäft einer Gemeindeexekutive zu kurz kommt. Daher braucht es eine Institution, die sich beispielsweise um den Monte Verità kümmert, um den Weg des Balladrum oder die Brissago-Inseln. Wir sollten nicht vergessen, dass wir eine der grössten touristischen Destinationen der Schweiz sind. Dank des Nationalparks wird die öffentliche Wahrnehmung dieser Gegend zunehmen. Das tut unserem Image gut.“

Alberto Tomamichel, Gemeindepräsident von Bosco Gurin

 „Ja zum Park, weil Bosco Gurin das einzige Walser-Dorf im Tessin ist. Es hat eine ganz eigene Identität und Geschichte, welche wir in Zusammenarbeit mit dem Park und anderen Institutionen, etwas dem Museum Walserhaus, erhalten und den kommenden Generationen überliefern können. Unsere Dorfgemeinschaft bleibt lebendig; wir können Landschaft, Sprache, Traditionen, Gastronomie und lokalen Landwirtschaftserzeugnisse aufwerten und fördern. Und natürlich sollte man auch die Bergbahnen nicht vergessen…“

Roberto Ponti, Gemeindepräsident von Brissago

„Ja zum Park, weil die Spielregen klar sind und die Wertschöpfung auf der Hand liegt. Die Vielfalt der Umwelt und Landschaften auf sehr engem Raum sind ein Highlight unserer Gemeinde. Und diese Vielfalt können wir dank des Parks sowohl touristisch als auch wirtschaftlich aufwerten: Von den Brissago-Inseln mit dem Botanischen Garten, über den See und den alten Ortskern bis zu höher gelegenen Quartieren mit ihren faszinierenden Kapellen und Bürgerhäusern, die wir heute schon im Rahmen von öffentlichen Spaziergängen gemeinsam mit dem Park erkunden. Darüber hinaus muss festgehalten werden, dass negativ wahrgenommene Aspekte, etwa das Führen von Hunden an der Leine oder die Bewirtschaftung der Rustici, bereits heute durch entsprechende Gesetze geregelt sind. Der Park ändert in dieser Hinsicht nichts. Doch besonders wichtig ist, dass die Bevölkerung über die Verwirklichung des Parks abstimmt.“

Corrado Bianda, Gemeindepräsident von Losone, repräsentiert durch Ivan Catarin, Vize-Gemeindepräsident

„Ja zum Park, weil der Schutz und die Aufwertung von Fauna und Botanik unserer Region durch Umwelterziehung und wissenschaftliche Forschung zur Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätze führen kann. Im Gebiet Collina di Maia ist diese bereits passiert. Darüber hinaus sehe ich wichtige touristischen Entwicklungsmöglichkeiten für solche Gegenden im Parkgebiet, die heute ganz objektiv wirtschaftliche Schwierigkeiten haben.

Paolo Senn, Gemeindepräsident von Ronco s/Ascona

„Ja zum Park, weil dieser neues Leben in die urbanen und suburbanen Zonen bringt. Der Park erlaubt den Einwohnern und Besuchern, die Juwelen im eigenen Hause (wieder) zu entdecken. Im Falle von Ronco geht es um eine Bergflanke wie die Alpe Casone, die in moderner Form im Rahmen eines Lehrpfads erkundet werden kann. Dies erlaubt auch den neuen Generationen, die Bergwelt positiv zu erleben. Zuletzt sei daran erinnert, dass der Park uns finanzielle Mittel bereitstellt, auf die wir andernfalls nicht zurückgreifen könnten.

Fabrizio Garbani-Nerini, Gemeindepräsident Terre di Pedemonte

“Ja zum Park, denn er stellt ein hervorragendes Beispiel der interkommunalen Zusammenarbeit zum Wohle der Bevölkerung und der ganzen Territoriums dar. Es ist sehr schön und bezeichnend, dass unterschiedliche lokale Träger gemeinsam an einem Entwicklungsprojekt arbeiten. Für politisch aktive Personen stellt dies einen wichtigen Wert dar. Dieser Park ist kein natürliches und unantastbares Heiligtum. Ganz im Gegenteil: Der Park fördert eine nachhaltige Entwicklung menschlicher Aktivitäten. Das kann für unsere lokalen Realitäten das Gewinnermodell für die künftige Entwicklung sein. Für die Terre di Pedemonte, das Eingangstor zu den Tälern, ist der Nationalpark auf alle Fälle eine grosse Chance.